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Chile schlägt Werbeverbot für Online-Glücksspiel und fünfjährige Lizenzen vor

Die Änderungsanträge der Regierung würden Werbung und Boni zur Kundengewinnung verbieten, eine Besteuerung von 22 % auf Basis des Bruttospielertrags einführen und bestehenden Betreibern einen Übergangsweg eröffnen.

Chiles Regierung hat Änderungsanträge zu ihrem Gesetzentwurf für Online-Glücksspiel eingereicht. Vorgeschlagen werden fünfjährige Lizenzen, ein Werbeverbot für Plattformen und neue Bedingungen für Betreiber, die bereits im Land tätig sind.

Das Paket wurde dem Wirtschaftsausschuss des Senats am 26. Oktober vorgelegt. Laut den parlamentarischen Aufzeichnungen des Senats begann der Ausschuss am folgenden Tag mit der Detailberatung des Gesetzentwurfs. Die Vorschläge bedürfen weiterhin der parlamentarischen Zustimmung.

Lizenzierung und Besteuerung

Betreiber müssten eine jährliche Lizenzgebühr von 1.000 UTM zahlen. Die UTM ist Chiles monatliche Steuereinheit; der Betrag entsprach nach den Werten für Oktober rund 73.000 US-Dollar.

Die vorgeschlagene Steuerstruktur kombiniert 19 % Mehrwertsteuer mit einer zusätzlichen Steuer von 3 %. Beide würden auf die monatliche Differenz zwischen erhaltenen Spieleinsätzen und ausgezahlten Gewinnen berechnet. Laut der Präsentation des Finanzministeriums ergäbe sich daraus ein effektiver Satz von 22 %.

Reguläre Lizenzen hätten eine Laufzeit von fünf Jahren. Landbasierte Casinos dürften außerdem in ihren Spielsälen Online-Wetten anbieten, sofern sie Vereinbarungen mit entsprechend lizenzierten und zertifizierten Plattformbetreibern schließen.

Übergangsregelung für bestehende Betreiber

Anträge würden abgelehnt, wenn ein Betreiber oder ein verbundenes Unternehmen in den vorangegangenen zwölf Monaten in Chile nicht lizenzierte Dienste angeboten, betrieben oder beworben hat. Als Anhaltspunkte würden unter anderem die Nutzung einer .cl-Domain, die Bezahlung lokaler Sponsorings oder Verträge mit chilenischen Zahlungsdienstleistern gelten.

Eine Ausnahme wäre für Unternehmen vorgesehen, die in die vorgeschlagene Übergangsregelung eintreten. Diese müssten einmalig 3.000 UTM beziehungsweise rund 220.000 US-Dollar zahlen und ihre Verpflichtungen aus der Mehrwertsteuer auf digitale Dienstleistungen begleichen, einschließlich der Verbindlichkeiten für die vorangegangenen 36 Monate.

Durch die vollständige Zahlung würde die zivil-, straf- und verwaltungsrechtliche Haftung aus den betreffenden Steuerverstößen für die deklarierten Tätigkeiten erlöschen. Die Entlastung betrifft Steuerpflichten und wäre keine allgemeine Befreiung von anderen rechtlichen Verantwortlichkeiten. 

Werbung und Boni würden verboten

Das Werbeverbot würde sowohl lizenzierte als auch nicht lizenzierte Plattformen erfassen. Es würde sich zudem auf diejenigen erstrecken, die Werbemaßnahmen beauftragen, produzieren, verbreiten oder ermöglichen.

Bestehende Werbeverträge mit Betreibern, die Übergangslizenzen besitzen, könnten unter Beachtung von Jugendschutzauflagen noch bis zu ein Jahr fortgeführt werden. Unabhängig davon dürften Plattformen keine Boni oder sonstigen finanziellen Vorteile zur Gewinnung oder Bindung von Spielern anbieten, selbst wenn sie diese nicht bewerben. 

Alternative Änderungsanträge, die Senatspräsidentin Paulina Núñez und der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Gastón Saavedra zuvor eingereicht hatten, stellen die Öffnung eines privaten Lizenzmarktes infrage. Ihre Vorschläge unterscheiden sich im Umfang: Saavedra würde den Zugang für bestehende zugelassene Kategorien erhalten, darunter Lotterien, Rennbahnen und Casinos.

Núñez’ Vorschlag umfasst dauerhafte gerichtlich angeordnete Sperren illegaler Plattformen sowie Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren in erschwerten Fällen. Diese Bestimmungen bilden einen eigenständigen gesetzgeberischen Ansatz neben dem Lizenzpaket der Regierung. 

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