Die Zertifizierungsstelle für Affiliates erklärt, dass BetOranje mit Sitz in Costa Rica gezielt niederländische Spieler anspricht – mit lokalen Sprachinhalten, Zahlungsmethoden und einem Markenauftritt, der dem der KNVB stark ähnelt.
Die niederländische Zertifizierungsstelle für Affiliates Keurmerk Verantwoorde Affiliates hat Bedenken hinsichtlich BetOranje geäußert. Der Online-Glücksspielanbieter besitzt keine niederländische Lizenz und spricht nach Angaben der Organisation gezielt Spieler in den Niederlanden an.
Der Anbieter mit Sitz in Costa Rica verwendet als zentrales Markenzeichen einen orangefarbenen Schild mit einem weißen Löwen. Das Design ähnelt stark dem visuellen Erscheinungsbild des Königlich Niederländischen Fußballverbands KNVB.
KVA entdeckte BetOranje bei der Überwachung einer nicht lizenzierten Affiliate-Website, die Nutzer über einen Tracking-Link zum Casino weiterleitete.
Die Vereinigung erklärte, der Markenauftritt des Anbieters sei nur eines von mehreren Elementen, die auf eine bewusste Ausrichtung auf niederländische Verbraucher hindeuteten.
BetOranje nutzt die niederländische Sprache und lokale Zahlungsmethoden
Laut KVA betreibt BetOranje eine vollständig niederländischsprachige Website, einschließlich der Geschäftsbedingungen und weiterer rechtlicher Informationen.
Die Website zeigt außerdem Zahlungsoptionen, die mit dem niederländischen Markt verbunden sind, darunter iDEAL sowie große inländische Banken wie ABN AMRO, ING, Rabobank und SNS.
KVA erklärte, die testweise Registrierung habe vergleichsweise wenige Schritte erfordert. Mithilfe eines Google-Kontos habe die Organisation bis zum Einzahlungsvorgang gelangen können.
Der Anbieter bewirbt zudem Boni, darunter ein Willkommenspaket mit bis zu 11.500 Euro und 400 Freispielen, sowie Reload-Angebote und Cashback-Aktionen.
BetOranje steht nicht auf der Liste der Kansspelautoriteit mit Unternehmen, die Online-Glücksspiel in den Niederlanden anbieten dürfen.
Orangefarbener Löwe verstärkt die Ausrichtung auf den niederländischen Markt
KVA hob den Namen BetOranje und das visuelle Erscheinungsbild als weitere Hinweise auf eine lokale Zielgruppenansprache hervor.
„Oranje“ ist eng mit der niederländischen nationalen Identität und den Fußballteams des Landes verbunden. Gleichzeitig ähneln der orangefarbene Schild und der weiße Löwe des Anbieters optisch stark dem KNVB-Emblem.
Die KNVB selbst verwendet ein orangefarbenes schildförmiges Markenzeichen mit einem weißen Löwen.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass BetOranje eine offizielle Beziehung zum Fußballverband hat. Die Erkenntnisse von KVA belegen für sich genommen auch keine Markenrechtsverletzung. Über öffentlich bekannt gewordene rechtliche Schritte der KNVB gegen den Anbieter wurde bislang nicht berichtet.
Die Ähnlichkeit ist dennoch für die Durchsetzung von Glücksspielvorschriften relevant, da ein niederländisch geprägter Markenauftritt den Eindruck verstärken kann, dass ein ausländischer Anbieter gezielt Verbraucher in den Niederlanden anspricht.
KVA teilte Erkenntnisse mit niederländischen Behörden
KVA erklärte, Informationen aus ihrer Überwachung an die Kansspelautoriteit weitergegeben zu haben.
Die Organisation teilte relevante Erkenntnisse außerdem mit Zahlungsunternehmen und forderte unter anderem die Aufsichtsbehörde, ING und Google auf, die vom Anbieter genutzten Dienste zu prüfen.
Niederländische Behörden berücksichtigen mehrere Faktoren, wenn sie beurteilen, ob ein Offshore-Glücksspielunternehmen den lokalen Markt gezielt anspricht oder lediglich technisch von den Niederlanden aus zugänglich ist.
Sprache, lokal bekannte Zahlungsmethoden, auf die Niederlande ausgerichtetes Marketing und weitere marktspezifische Merkmale können in diese Bewertung einfließen.
Für KVA ist BetOranje ein Beispiel dafür, wie ein nicht lizenzierter Glücksspielanbieter ein Angebot aufbauen kann, das gezielt für niederländische Nutzer gestaltet erscheint, obwohl er außerhalb des regulierten Systems des Landes tätig ist.
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